Preforming

Nur in wenigen Fällen sind Werkstoffe in Faserform trotz ihrer überragenden gewichtsbezogenen Festigkeiten bzw. Steifigkeiten als Bauteil zielgerichtet verwendbar. Faserverstärkte Kunststoffe bestehen daher aus Fasern und einer Matrix die als Einbettmasse dient. Maßgebenden Einfluss auf die Eigenschaften des Verbundes hat neben dem Matrix- und Fasermaterial vor allem die Faserarchitektur, die es ermöglicht anwendungsspezifische Eigenschaften darzustellen.

Im Zuge der Fertigung von Bauteilen in „Liquid Composite Moulding“-Verfahren (LCM), z. B. unter Verwendung des für die Automobilindustrie relevanten „Resin Transfer Moulding“-Prozesses (RTM) ist es notwendig, die Fasern in trockener Form in Bauteilkontur zu drapieren und den für das Bauteil erforderlichen Lagenaufbau zu fixieren. Dafür können sowohl Nähprozesse, als auch Binder-basierte Verfahren eingesetzt werden.

Die Forschungsarbeiten des Lehrstuhls für Polymere Werkstoffe umfassen einerseits Untersuchungen zum Einfluss des Nähprozesses und der Garnmaterialien auf die Laminateigenschaften. Zum Anderen werden Bindersysteme entwickelt, welche zu hohen Preformstabilitäten führen und gleichzeitig die Laminateigenschaften und den Fertigungsprozess nicht beeinträchtigen. Aktuelle Arbeiten beschäftigen sich zudem mit der Entwicklung funktioneller Binder, welche zu gezielter Eigenschaftsoptimierung des Laminats (z. B. Zähigkeitserhöhung) beitragen.

 

Ansprechpartner: M. Sc. Gökhan Bakis
Telefon: +49(0)921 55 74 82
Telefax: +49(0)921 55 74 73
Email: goekhan.bakis@uni-bayreuth.de

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